Lieferanten der Lebensmittel- und Getränkebranche benötigen verlässliche, reaktionsschnelle Lieferketten, um erfolgreich zu sein.
Doch Herausforderungen wie die Komplexität globaler Lieferketten, sich wandelnde Vorschriften, wirtschaftliche Unsicherheit und die Erwartungen der Verbraucher an Nachhaltigkeit und Transparenz erfordern kontinuierliche Anpassungsfähigkeit, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Im Folgenden ein Überblick über die zentralen Herausforderungen und wichtige Strategien für eine gesunde und nachhaltige Lieferkette.
Welche Hindernisse stehen einer leistungsfähigen Lebensmittellieferkette im Weg?
Lieferanten der Lebensmittel- und Getränkebranche stehen beim Aufbau einer gesunden, profitablen Lieferkette vor mehreren zentralen Herausforderungen.
Komplexität globaler Lieferketten: Globale Lieferketten sind anfällig für Störungen, unter anderem durch:
• Umweltbelastungen – Von Hitzewellen, die Kakaoerträge einbrechen lassen, bis zu Hurrikanen, die Erdnussfelder überfluten: Lebensmittellieferanten sind Umweltfaktoren ausgesetzt, die Verfügbarkeit und Kosten von Rohstoffen beeinflussen.
• Geopolitische Spannungen – Konflikte, Arbeitskämpfe und politische Kurswechsel können zentrale Handelsrouten stören und die globale Lieferkette beeinträchtigen.
• Transportprobleme – Verzögerungen durch Hafenstaus, Unfälle oder Arbeitskonflikte können bei verderblichen Waren zu einer verkürzten Haltbarkeit oder zum Verderb führen.
Regulatorische Compliance: Die Einhaltung von Vorschriften in einer komplexen Lieferkette bleibt eine dauerhafte Herausforderung, da sich Regularien laufend weiterentwickeln und regional unterschiedlich ausfallen.
• FSMA 204 – Bis Januar 2026 müssen Lieferanten den US Food Safety Modernization Act (FSMA), Abschnitt 204, einhalten und im Fall eines Rückrufs Rückverfolgbarkeitsnachweise für Produkte auf der Food Traceability List vorlegen.
• EUDR – Die EU-Entwaldungsverordnung (European Union Deforestation Regulation, EUDR) verlangt eine umfassende Rückverfolgbarkeit der Lieferkette, einschließlich Geolokationsdaten der Produktionsflächen. Ursprünglich für den 30. Dezember 2024 vorgesehen, wurde ihr Inkrafttreten zuletzt um 12 Monate verschoben.
• ESG – Handelspartner im Einzelhandel können eigene Anforderungen an Unternehmenspraktiken stellen, die Umwelt, Gesellschaft und Unternehmensführung (Environmental, Social, Governance – ESG) betreffen.
Wirtschaftliche Unsicherheit: Jahre hoher Inflation haben die Nachfrage nach bestimmten Produkten verringert und Verbraucher besonders preissensibel gegenüber Erhöhungen gemacht. Bei bereits knappen Margen fällt es Lebensmittel- und Getränkelieferanten bei steigenden Kosten zunehmend schwer, profitabel zu bleiben.
• Zölle – Lebensmittelprodukte sind besonders anfällig für Zölle, da sie sowohl verderblich sind – also nicht bevorratet werden können – als auch nicht ohne Weiteres von alternativen Erzeugern bezogen werden können, insbesondere wenn spezifische klimatische Bedingungen erforderlich sind. Importabhängige Bereiche wie Frischware haben kaum Möglichkeiten, sich auf Zölle vorzubereiten oder darauf zu reagieren. Selbst bei im Inland hergestellten Lebensmitteln können wichtige Zutaten und Verpackungsmaterialien anderswo produziert und damit einfuhrzollpflichtig sein.
• Shrinkflation – Während andere Branchen die Preise erhöhen, senken Lebensmittel- und Getränkeunternehmen angesichts inflationssensibler Verbraucher häufig die Kosten durch kleinere Packungsgrößen oder veränderte Rezepturen – eine zunehmend unpopuläre Praxis.
Verbraucher- und regulatorische Anforderungen an Nachhaltigkeit: Verbraucher fordern zunehmend Nachhaltigkeit, Transparenz bei Inhaltsstoffen und die Reduzierung von Lebensmittelverschwendung. Herausforderungen dabei sind:
• Nachhaltigkeitsziele erreichen, ohne die Kosten zu erhöhen
• Anpassung an sich verändernde Umweltvorschriften in verschiedenen Regionen
• Abfall minimieren und dabei die Produktqualität erhalten
Hindernisse bei der digitalen Transformation: Lieferanten müssen mitunter in Technologie-Updates investieren, um agil und effizient zu bleiben. Ein häufiges Hindernis für mehr Agilität in der Lieferkette ist die schwierige Verwaltung und Auswertung von Daten. Lieferanten benötigen verwertbare Daten, tun sich damit aber oft schwer:
• Daten aus mehreren Handelspartnern und Kanälen in eine einheitliche Quelle zu überführen
• Daten für klare, verwertbare Erkenntnisse und präzise Bedarfsprognosen auszuwerten
• Daten zu nutzen, um gemeinsame Planung und Handelspartnerbeziehungen zu verbessern
Wie Sie Herausforderungen in der Lieferkette meistern
Lösungen für eine agilere und reaktionsschnellere Lieferkette in der Lebensmittel- und Getränkebranche umfassen den Einsatz von Technologie, Innovation und strategische Beschaffungsansätze.
Technologieintegration: Moderne Lieferketten integrieren Technologie in Order-to-Cash-Prozesse, ergänzt durch Datenanalysen für Bedarfsprognosen, Reporting-Tools für Nachhaltigkeit und sogar Lösungen zur Rückgewinnung entgangener Umsätze aus Handelsabzügen und Chargebacks (bekannt als Revenue Recovery bei SPS Commerce). Idealerweise lassen sich diese Systeme nahtlos mit dem bestehenden ERP-, WMS- und TMS-Technologiestack verbinden.
• Prozessautomatisierung – Routineaufgaben wie die Auftragsbearbeitung lassen sich mit einer Fulfillment-Lösung automatisieren, um schneller auf veränderte Bedingungen zu reagieren, Störungen zu reduzieren und die Widerstandsfähigkeit der Lieferkette zu verbessern.
• Datentransparenz – Echtzeit-Transparenz in der Lieferkette ermöglicht eine bessere Produktverfolgung, um potenzielle Probleme zu erkennen, bevor sie zum Verderb führen.
• Effiziente Bestandsverwaltung – Echtzeit-Bestandsaktualisierungen und automatisierte Bestandswarnungen reduzieren Verderb und Fehlbestände und unterstützen Just-in-Time-Bestandsstrategien zur Optimierung der Lagerung und Reduzierung von Abfall.
• Datenanalyse – Der Zugriff auf vollständigere und präzisere Verkaufs- und Bestandsdaten des Einzelhandels ermöglicht fundiertere Entscheidungen, eine effiziente Bestandsverwaltung und präzise Bedarfsprognosen für eine transparentere und reaktionsschnellere Lieferkette.
• Bedarfsprognosen – Predictive Analytics und datengestützte Tools helfen, Produktionspläne und Bestände besser an die Verbrauchernachfrage anzupassen, das Risiko von Fehlbeständen oder Überbeständen zu verringern und Trends sowie potenzielle Störungen frühzeitig zu erkennen.
Technologieinnovation: Sich wandelnde Anforderungen von Verbrauchern und Handelspartnern erfordern spezialisierte Tools zur Erfüllung von Berichtsstandards, während andere Tools Möglichkeiten bieten, den eigenen Umsatz zu maximieren.
• Reporting-Tools – Ob Handelspartner Emissionsdaten verlangen oder Sie selbst Erkenntnisse zur Verbesserung der Nachhaltigkeit gewinnen möchten: Optera und SPS Commerce unterstützen Sie dabei, Ihr Nachhaltigkeitsengagement nachzuweisen.
• Revenue Recovery – Für Lieferanten, die mit führenden Handelspartnern zusammenarbeiten, können automatisierte Tools Abzüge erkennen und nachverfolgen, die Rückgewinnung von Umsätzen analysieren und den Umsatz maximieren.
Anpassungsfähige Beschaffungsstrategien: Eine widerstandsfähige Lieferkette bleibt bei Bedarf flexibel. Auch wenn das in der Lebensmittel- und Getränkebranche besonders schwierig sein kann, gilt eine Lieferkette mit nur einer Bezugsquelle als bekanntes Risiko, das besonders störungsanfällig ist. Erwägenswert sind unter anderem:
• Lieferantendiversifizierung – In volatilen Märkten global diversifizieren, um die Auswirkungen regionaler Störungen abzufedern und dabei die Stärken verschiedener Regionen auszubalancieren.
• Nearshoring – Wo möglich, lokale Beschaffung priorisieren, wenn dies Kosten und Zollrisiken senkt. Die Regionalisierung der Produktion verkürzt zudem Transportzeiten und -kosten, stärkt regionale Wirtschaften und unterstützt Nachhaltigkeitsziele.
• Zeitnahe Markteinblicke – Predictive Analytics nutzen, um aufkommende Risiken und Chancen frühzeitig zu erkennen und Beschaffungsentscheidungen bei Störungen anzupassen, ohne den Betrieb zu gefährden.
Setzen Sie in herausfordernden Zeiten auf erfahrene Partner
Der Aufbau und Erhalt einer gesunden Lieferkette erfordert proaktive Schritte, um zentrale Probleme anzugehen und mögliche Risiken zu mindern. Erfolg erfordert nicht nur Effizienz, sondern auch Widerstandsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit.
SPS Commerce unterstützt Sie beim Aufbau einer robusteren und anpassungsfähigeren Lieferkette. Wir stellen die Menschen, Prozesse und Technologien bereit, die Sie brauchen, um Ihre Abläufe zu optimieren und herausfordernde Zeiten nicht nur zu überstehen, sondern weiterhin erfolgreich zu wachsen.